Der Kuss der Muse – oder wie ich mit dem Schreiben anfing

Ich liebe es, zu Schreiben! Schon immer! Kein Wunder also, dass ich schon als junges Mädchen davon träumte, hauptberuflich Autorin zu werden. In meiner Biografie des Schreibens blicke ich auf meinen bisherigen Weg zurück …

Schriftzug "Once upon a time"

Es war einmal ein kleines Mädchen, das davon träumte, Autorin zu werden.

Alles begann in der dritten Klasse mit einem Kuss und drei Hasen. „Schreibt einen Aufsatz von fünf Seiten in eure Hefte. Das Thema dürft ihr frei wählen.“ Kurz knabberte ich an meinem Stift und grübelte, wovon mein erster freier Aufsatz handeln sollte. Die letzte Ballettstunde? Die Römer? Den Karneval? „Kölle Alaaf, alaaf.“ „Klingelingeling Klingelingeling, hier kommt der Eiermann.“ Ein Karnevalslied nach dem nächsten kam mir in den Sinn. „Op dem Maat, op dem Maat, stonn die Buure, decke Eier, fuhle Prumme, lange Muhre.“

Gemuesehaendler auf dem Wochenmarkt

Mein erster Musenkuss

Uuuuund: Schmatz! Sanft küsste mich die Muse in ihrer damals noch kindlichen Unschuld auf die Wange. Blut stieg mir in den Kopf, mein Herz pochte. Und wie von selbst formten sich Worte aus der Spitze meines Bleistifts. Sie erzählten von einem kleinen Mädchen, das mir zufällig sehr ähnelte, und seiner Oma, mit der es auf dem Porzer Wochenmarkt Einkäufe erledigte. Ich beschrieb Bauern, die ihre Stände aufbauten und die Waren auslegten, Marktfrauen, die in schönstem Kölsch ihre Waren feilboten und das kleine Mädchen, das fachmännisch über die Qualität von Eiern, Pflaumen und Möhren urteilte. Zu guter Letzt kaufte es für die Mutter einen Bund Blumen.
Zufrieden reichte ich meinem Lehrer das Aufgabenheft. Zurück bekam ich es mit drei gestempelten Hasen unter dem Text. Das bedeutete, ich hatte meine Aufgabe gut gemacht.

Schreibwut

Ein paar Wochen später hielt der Lehrer eben jene grünen Hasen unter die Nase meiner Mutter. „Das Kind hat Talent“, sagte er euphorisch. „Außergewöhnlich für dieses Alter. Beim Lesen hörte ich die Marktfrauen schreien und roch die Rosen.“ Seine Begeisterung war so ansteckend, dass ich von da an in sämtliche Poesiealben meiner Freunde auf die Frage, was ich später werden wolle, nicht mehr mit „groß“, sondern mit „Schriftstellerin“ antwortete. Seitdem schrieb ich was das Zeug hielt – allein oder mit schreibbegeisterten Freundinnen. Heraus kamen unzählige Tagebucheinträge, Briefe, Zeitschriften, Drehbücher, Hörbücher, Geschichten und Gedichte.

Wann hat dich die Leidenschaft für dein liebstes Hobby gepackt? Hattest du ähnliche Schlüsselmomente? Ich freue mich über deinen Kommentar!

  1. Also ich kenne das aus der Kindheit auch. Geschichten erfinden. Aufsätze Ausdruck 1. Grammatik und Rechtschreibung glaube ich nur immer 3, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. (Eher will nicht.) In Ferienlagern habe ich jeden Abend mir spontan einfallende Geschichten erzählt. Komme aus der damaligen DDR (Ost-Berlin), habe da immer diese kleinen Blauen Hefte vollgeschrieben. Leider hat niemand bemerkt, schon gar nicht ich, dass das doch genau das ist, was ich tief in mir möchte. Schreiben.
    Es blieb beim Bücherwurm, der so unzählig viele Bücher gelesen hat. Die Zeit verging und dann kam Herr Sebastian Fitzek in mein Leben. Nicht nur dieser Wahnsinnige Wort Witz in seinen Büchern, sondern auch seine Danksagungen waren für mich inspirierend. Ich nickte da bei seinen Erzählungen, wie er angefangen hat ständig mit dem Kopf. Meine Gedanken waren – ja wie bei mir. Oder – ja so sehe ich das auch. Dann war er auch noch Waage, mochte keine Gartenarbeit. Rums, das war ja ich! Jetzt wollte ich Autor werden. Psycho Thriller! Unbedingt. Fange an die ersten Kapitel zu schreiben. Lese jedes Kapitel vor und nehme es auf. Verschicke es an Freunde und Verwandte. Absolut positive Resonanz bekomme ich zurück. Und dann kam nicht etwa Polly, sondern Melanie Raabe in mein Leben. Da war es endgültig um mich geschehen. Das war auch kein Kuss mehr, dass war wie ein multipler Orgasmus (mir fällt tatsächlich nichts anderes ein um das Gefühl zu beschreiben als ich sie las). Und nun mit leider schon 51 Jahren will ich definitiv nichts anderes mehr als Schriftsteller werden. Hätte ich die Chance, dann würde ich Herrn Fitzek und Frau Raabe miteinander verkuppeln um sie dann zu fragen ob sie mich adoptieren würden.

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