S.O.S – Schreibprozess ohne Schreibnot

Beim Schreiben kann ein Schreibprojekt schnell zum Puzzle werden, dessen Einzelteile verstreut auf dem Tisch liegen. Man fragt sich: Mit welchem Stück fange ich nur an, das Bild zusammenzulegen? Wo sind die Eckteile? Was ist oben, was unten? Und wo zum Teufel ist bloß das letzte Puzzleteil? Man robbt über den Boden, sucht in allen Ritzen und findet es doch erst dann, wenn die anderen Teile längst wieder im Schrank verstaut sind. Und dann bleibt nur noch eins: wieder von vorne anfangen! Das Schreiben an meinem Roman Verzettelt ist ein Paradebeispiel dafür! Nachdem ich die Idee über Jahre immer wieder überarbeitet habe, bin ich letztlich in eine regelrechte Schreibnot geraten, als ich endlich das letzte Puzzleteil gefunden habe. Gerettet hat mich ein E-Mail-Workshop.

Ein Tisch voller Puzzleteile

Die fabelhafte Welt der Schweinegrippe

Die Idee zu Verzettelt kam mir 2010 im Studium. Damals war sie Grundlage für ein Kurzfilm-Drehbuch, das ich für einen Medienschein an der Uni geschrieben hatte. Ich wollte etwas in der Manie von Die fabelhafte Welt der Amélie schaffen. Doch der erste Versuch war nicht sehr berauschend. Hier der Anfang der allerersten Drehbuch-Fassung von 2010:

Hintergrundmusik: Ennio Morricone „My name is nobody“
INNEN – SCHLAFZIMMER – TAG: CARLOTTA richtet sich im Bett auf und knipst das Licht an. Sie reckt sich, gähnt und steht auf.
ERZÄHLER AUS DEM OFF : Carlotta Meier ist 25 Jahre alt. Sie lebt in einer gemütlichen Wohnung in Köln, mag bunte Kleider und extravagante Frisuren.

Ziemlich lahm und weit entfernt von Amélie, oder? Kein Wunder, dass wir dann etwas völlig anderes gefilmt haben: eine Reportage über die Schweinegrippe. Trotzdem hatte ich schon damals das Gefühl, dass ich aus Carlotta Meier und das exquisite Mahl etwas Größeres machen könnte. Aber dann kamen die Diplomarbeit, ein Umzug nach München und ein neuer Job. Wie das nun mal so ist, landete die Idee in der virtuellen Schublade.

Schublade mit Tulpen als Symbol für unser Schubladendenken

Aller guten Dinge sind Drei – oder doch nicht?

2016 habe ich Carlotta dann wieder hervorgekramt. Ich wollte eine Kurzgeschichte aus meiner Idee machen und erstellte eine Figurencharakteristik. Carlotta wurde Musikerin, sollte in Leipzig leben und ich erfand sie mir mal hochsensibel, mal  neurotisch, mal lethargisch. Ich  habe die Geschichte um ein auslösendes Ereignis und ein paar Nebenfiguren angereichert, viel recherchiert und Titel verkürzt. Das Konzept zu Ein exquisites Mahl war aber immer noch nicht wirklich rund und Carlotta landete kurzfristig wieder in der Schublade.

Etwa ein halbes Jahr später begann mein Fernstudium an der Textmanufaktur (siehe dazu auch meinen Blogartikel Wer hat an der Uhr gedreht?). Als es um die Figurenentwicklung ging, habe ich mir Carlotta ein drittes Mal vorgenommen und die Figur weiter entwickelt. Dafür habe ich jede Menge Fragebögen ausgefüllt, eine Einordnung in die Sinus-Milieus vorgenommen, Habitus und Weltanschauung beschrieben, ihren Persönlichkeitstyp definiert und ein Ich/Es/Über-Ich-Dilemma entworfen. So wirklich „Zoom“ hat es trotzdem nicht gemacht. Irgendwie hat noch immer etwas gefehlt, Figurencharakteristik und Plot haben einfach nicht  gematcht. Ich war am Verzweifeln, schließlich hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass aus der Kurzgeschichte ein ganzer Roman werden sollte, Arbeitstitel: Verzettelt. Nur war nicht mehr meine Protagonistin diejenige, die sich verzettelt hatte, sondern ich.

Ende 2018 kam dann endlich die zündende Idee, das fehlende Puzzleteil, das Figur, Plot und Thema meines Romans zusammenbrachte. In meinem Kopf schien plötzlich alles so logisch. Doch meine bisherigen Ausführungen waren das totale Chaos: Diverse Notizen und Dateien, dazu die Feedbacks meiner Lektorin und inzwischen 17 Skripte aus dem Studium lagen vor mir. Wie sollte ich das bloß alles zusammenführen?

Post-its hängen an Wand

Starthilfe für meinen Roman

Da entdeckte ich einen E-Mailkurs von Denise Fritsch, der mich sofort ansprach: JETZT! – Starthilfe für deinen Roman und deine Autorenpersönlichkeit – E-Mail-Workshop – Ideal für alle, die ein Buch schreiben wollen! Ja, ich wollte ein Buch schreiben – eigentlich ein anderes, nämlich meinen Fünfziger-Jahre-Roman. Aber Verzettelt ließ mich nicht mehr los. Ich hatte das Gefühl, JETZT! ist endlich der richtige Zeitpunkt, um Carlotta in Worten lebendig werden zu lassen. Kurzerhand funkte ich Denise S.O.S und meldete mich für ihren Kurs an. Überzeugt hatte mich die Möglichkeit, entweder bei der Ideenfindung anzusetzen oder Romanthema mitsamt Plot zu überarbeiten – was für mein Schreibprojekt die relevante Aufgabe war. In der Kurs-Beschreibung hieß es: „Mit diesem Workshop etablierst du nicht nur das tägliche Schreiben in deinen Alltag, sondern setzt dich intensiv mit deiner Romanidee auseinander. Durch Übungen und Feedback fokussierst du deine Idee und schreibst lustvoll die ersten Szenen. Dieser Kurs ist aber auch hilfreich, angefangene Romane ohne Frust neu lieben zu lernen und an ihnen weiterzuarbeiten.“

Denise hat mich und Carlotta 17 Wochen begleitet, hat mich mit einem Workbook, Schreibimpulsen und Arbeitsblätter versorgt, mir regelmäßig Feedback zur Romanidee und einzelnen Szenen gegeben. Dadurch hat sich mein Chaos schnell gelichtet. Schnell war die Figurencharakteristik auf mein neues Konzept angepasst, der Plot ausgearbeitet und eine komplette Szenenübersicht erstellt. Während und nach dem Kurs sind knapp 80 Seiten zusammenhängender Rohtext entstanden. Hinzu kommen diverse Textfragmente aus den Schreibimpulsen, von denen ich noch nicht weiß, ob ich sie tatsächlich im Roman verwenden werde.

Nachdem in den letzten zwei Monaten andere Themen Priorität hatten, möchte ich jetzt endlich wieder weiter schreiben. Und dank der Roman-Starthilfe wird mir der erneute Wiedereinstieg sicher leicht gelingen. Schließlich habe ich bei Denise auch viel über meine Autorenpersönlichkeit und mein Schreibverhalten gelernt, kann mich besser motivieren und zielgerichteter vorgehen. Oder anders gesagt: Dank Denise habe ich nicht nur alle Puzzleteile beisammen, ich weiß auch ganz genau wo welches Teil hinkommt.

Weiterführende Informationen zum Kurs

Der Kurs besteht aus sieben Lektionen mit Schreibaufgaben und Inhalten zur Entwicklung einer Schreibpersönlichkeit. Zudem bekommt man jede Menge Schreibimpulse und regelmäßiges Feedback & Unterstützung von Denise. Der Kurs ist für jeden geeignet, der sich als Autor weiterentwickeln möchte und mit Selbstzweifeln, fehlender Motivation und Disziplin hadert.

Hier geht’s zum Angebot von Denise Fritsch und einer ausführlichen Kursbeschreibung.

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